Ostbeauftragte Hirte: Fachkräftemangel im Osten – Jede dritte Stelle bleibt unbesetzt

Knapp 40 Prozent aller Betriebe in Ostdeutschland suchten im ersten Halbjahr 2017 Fachkräfte. Insgesamt konnte mehr als jede dritte Fachkräftestelle im Osten nicht besetzt werden. Das hat eine Auswertung des IAB-Betriebspanels für Ostdeutschland für das Jahr 2017 ergeben.

Zentrale Ergebnisse des IAB-Betriebspanels

Besonders schwierig ist die Situation für Kleinstbetriebe, die weniger als zehn Beschäftigte haben. In diesen Unternehmen konnte nahezu die Hälfte der angebotenen Stellen für Fachkräfte nicht besetzt werden. Geringe Chancen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt haben hingegen Menschen ohne berufliche oder akademische Qualifikation. Für über 80 Prozent der Arbeitsplätze dort ist eine berufliche oder akademische Qualifikation Voraussetzung.

„Diese Daten belegen die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung“, so Christian Hirte, Ostbeauftragter und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. „ Es freut mich daher, dass die ostdeutschen Betriebe ihr Engagement in diesem Bereich im letzten Jahr weiter verstärkt haben. Ich unterstütze die Arbeit des Kompetenzzentrums für Fachkräftesicherung und setze mich für die Fortführung und Weiterentwicklung der Allianz für Aus- und Weiterbildung ein.“

Knapp die Hälfte der ostdeutschen Betriebe mit Ausbildungsberechtigung bilden derzeit aus. Die Anzahl der Betriebe, die ausbilden, ist damit zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Zudem haben 39 Prozent der Beschäftigten dort im ersten Halbjahr 2017 an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen.

Was ist das IAB-Betriebspanel?

Das IAB-Betriebspanel ist eine seit 1996 erhobene, jährliche repräsentative Arbeitgeberbefragung. Jährlich werden von Ende Juni bis Oktober bundesweit knapp 16.000 Betriebe aller Wirtschaftszweige und Größenklassen befragt. Die Befragung wird in persönlich-mündlichen Interviews von TNS Infratest Sozialforschung, München im Auftrag des IAB durchgeführt. Diese repräsentative Betriebsbefragung umfasst ein breites Fragenspektrum zu einer Vielzahl beschäftigungspolitischer Themen, die in verschiedenen Forschungsprojekten untersucht werden. Angesichts des seit dem 1. Januar 2015 allgemeingültigen flächendeckenden Mindestlohns wurden die Betriebe auch zur potenziellen betrieblichen Reichweite als auch zur Beschäftigungsreichweite des Mindestlohns befragt. Ergänzt wird das jährliche Standard-Fragenprogramm um jeweils aktuelle Themenschwerpunkte.

Detaillierte Ergebnisse der IAB-Betriebspanels für Ostdeutschland für die Jahre ab 2007 finden Sie nachstehend. Ergebnisse für vorangegangene Jahre erhalten Sie beim Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).