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Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland - Quantitative und qualitative Befunde

Ehrenamt ist unverzichtbar

Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar. Es trägt in großer Vielfalt und Fülle zur Lebensqualität bei und stellt für jeden Einzelnen eine Bereicherung dar. Ehrenamtliches Engagement bietet die Möglichkeit, neue Menschen kennen zu lernen, es bringt Erfolg und Anerkennung.

In Deutschland engagieren sich 23 Millionen Menschen freiwillig und legen damit ein wichtiges Fundament für gutes Miteinander und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag, von dem alle, auch Staat und Wirtschaft profitieren.

Vor nun mehr als 20 Jahren hat die Friedliche Revolution in der DDR die Diktatur beseitigt und den Weg zur Vereinigung Deutschlands geebnet. Es steht außer Frage, dass wir auch in Ostdeutschland eine starke und aktive Bürgergesellschaft brauchen, denn freiwilliges bürgerschaftliches Engagement ist eine tragende Säule unserer Demokratie. Das wird besonders deutlich im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Unsere Demokratie ist zudem auf die Verwirklichung von sozialer Gerechtigkeit angewiesen. Diese und viele andere zentrale Anliegen unserer Gesellschaft werden durch das freiwillige Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger immer wieder voran gebracht. 

Freiwilliges Engagementin Ostdeutschland

Die aktive Beteiligung am freiwilligen Engagement in Ostdeutschland hat zwar noch nicht den gleichen Stand wie in Westdeutschland erreicht. Zwischen 1999 und 2004 gab es jedoch schon eine deutliche Steigerung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland. Das zeigt der zweite Freiwilligensurvey der Bundesregierung, auf den sich diese Studie unter anderem stützt.

Und die Voraussetzungen für eine Ausweitung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements sind sehr gut. Besonders erwähnenswert ist, dass bei den noch nicht beteiligten Bürgerinnen und Bürgern in Ostdeutschland eine hohe Bereitschaft besteht, sich für eine gute Sache zu engagieren. Dieses hohe Potenzial an Einsatzbereitschaft gilt es zu aktivieren und zu fördern.

Dafür braucht es jedoch auch neue Formen gesellschaftlicher Zusammenarbeit in den Städten und Gemeinden. Institutionen, Organisationen, Vereine, Unternehmen und Behörden können und müssen ihren Beitrag dazu leisten.
Die Entwicklung bürgerschaftlichen Engagements in den neuen Bundesländern hat Besonderheiten, die sich aus der DDR-Gesellschaft und aus dem politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozess seit 1990 ergeben. Ohne den Mut und die Zivilcourage der Menschen in der DDR wäre die Friedliche Revolution im Herbst 1989 und die Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands nicht möglich gewesen. Damals haben die Menschen die Geschicke der Gesellschaft in die eigenen Hände genommen. Diese Erfahrung gibt bis heute wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Bürgergesellschaft in Ostdeutschland.

Studie: Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland

Die vorliegende Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer durchgeführt. Ziel der Studie war es, systematische und vertiefende Informationen über die ostdeutsche Zivilgesellschaft zu gewinnen. Das Projekt erläutert und untersucht die besonderen Bedingungen, Strukturen und Herausforderungen für die Bürgergesellschaft in Ostdeutschland und kann damit zu einer weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland beitragen.

Die Studie kann im rechten Kontextmenü als PDF herunter geladen werden. Sie kann außerdem über den Verlag oder über den Buchhandel bezogen werden:

BMVBS (Hrsg.)
Gensicke, Thomas / Olk, Thomas / Reim, Daphne / Schmithals, Jenny / Dienel, Hans-Liudger

Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ostdeutschland
Quantitative und qualitative Befunde
Aus der Reihe: Empirische Studien zum bürgerschaftlichen Engagement

ISBN: 978-3-531-16791-6
VS-Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009.

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