Demografische Entwicklung und Zukunft der Daseinsvorsorge
Demografische Situation
Die ostdeutschen Bundesländer sind vom demografischen Wandel deutlich stärker und deutlich früher als die westdeutschen Bundesländer betroffen. Damit verbunden sind gravierende Veränderungen in der altersmäßigen Zusammensetzung der Bevölkerung: der Anteil der älteren Generation wird weiter zunehmen, der Anteil der jüngeren sinken. Auch die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter wird sich weiter reduzieren, weil mehr Menschen altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge Personen nachrücken. Die ostdeutschen Länder nehmen damit eine Entwicklung vorweg, die in ähnlicher Form in Westdeutschland mit einer Verzögerung von 20 Jahren ebenfalls eintreten wird.
Zukunft der Daseinsvorsorge
Der demografische Wandel hat Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Da die bestehenden Trends des Rückgangs und der Alterung der Bevölkerung in absehbarer Zeit nicht umkehrbar sind, geht es vor allem um frühzeitige Weichenstellungen, die einen erfolgreichen Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels erlauben. Für den Erhalt eines lebenswerten Umfelds insbesondere auch außerhalb der städtischen Zentren ist eine am regionalen Bedarf orientierte Neuorganisation der technischen und sozialen Daseinsvorsorge erforderlich. Wirtschaft, Sozialpartner, Gesellschaft und Politik sind hier gemeinsam gefordert.
Handlungskonzept und Modellvorhaben zur Sicherung der Daseinsvorsorge
Koordiniert durch den Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer haben die ostdeutschen Länder mit dem Bund Lösungsansätze für die Sicherung der infrastrukturellen Daseinsvorsorge in ländlichen Regionen Ostdeutschlands entwickelt. Das Handlungskonzept „Daseinsvorsorge im demografischen Wandel zukunftsfähig gestalten“ baut auf dem Lern- und Erfahrungsprozess innerhalb der Neuen Länder und des Bundes im Umgang mit den demografischen Tatsachen auf und will Impulse zum Nachdenken und zum Handeln geben.
Für die Sicherung einer angemessenen Infrastrukturversorgung gibt es jedoch kein Patentrezept. Daher wird im BMI-Modellvorhaben „Daseinsvorsorge 2030 – innovativ und modern – eine Antwort auf den demografischen Wandel“ seit Herbst 2010 gemeinsam mit den Neuen Ländern an neuen Lösungsansätzen zur Sicherung der Daseinsvorsorge und Zukunftsfähigkeit in verschiedenen Modellprojekten gearbeitet. Mit den Einzelprojekten wird das Ziel verfolgt, innovative und flexiblere Angebotsformen zur Versorgung der Bevölkerung und zum Erhalt der Lebensqualität zu entwickeln. Das Engagement, mit denen die Beteiligten aus ihren Ideen ein konkretes Konzept formen, macht auch die aktivierende Kraft deutlich, die aus demografischen Umbruchsituationen erwachsen kann.





